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Lesson 7 of 7
Im Laufe dieses Kurses haben wir bereits viele Grundlagen abgedeckt. Wir haben besprochen, was Agrarrohstoffe sind, wie sie gehandelt werden und welche Teilnehmer an den Märkten aktiv sind. Wir haben einige der wesentlichen Risiken beleuchtet und gezeigt, wie man diese Trading- und Anlagerisiken mithilfe von offiziellen Berichten vorhersehen und mindern kann.
In dieser Lektion sehen wir uns noch einige Praxisbeispiele an, um zu verstehen, wie Agrarrohstoffe die Finanzmärkte, Volkswirtschaften und den Welthandel beeinflussen. Es gibt hier zahllose Beispiele, die wir besprechen könnten. Wir haben für diese Lektion jedoch speziell ein paar ausgewählt, um zu verdeutlichen, welch negative Auswirkungen diese Produkte auf die Lebensmittelversorgung, die Inflation, Import-Export-Geschäfte usw. haben können.

Wie schon gesagt sind Agrarrohstoffe unglaublich wichtig – nicht nur für die weltweite Lebensmittelversorgung, sondern auch für die Weltwirtschaft als Ganzes. Dabei können zentrale Ereignisse und Faktoren ganze Ökosysteme auf den Kopf stellen und dramatische Bedingungen für alle Beteiligten hervorrufen.
CORONA-PANDEMIE (2020)
Die Corona-Pandemie hatte erhebliche Auswirkungen auf Agrarrohstoffe. Eines der kritischsten Probleme waren Engpässe in den Lieferketten bei Lebendvieh- und Molkereiprodukten.
Wegen dieser Engpässe stiegen die Preise drastisch, was wiederum den Inflationsdruck auf die Lebensmittelpreise verstärkte. Der FAO Food Price Index verzeichnete z. B. ab 2020 einen extremen Preisanstieg über alle Kategorien hinweg – ob Fleisch, Milch oder Zucker.
Laut USDA veränderte die Pandemie in den USA zudem das Kaufverhalten in Bezug auf Lebensmittel. Allergings kehrten die Verbraucher/-innen schon im April des nächsten Jahres wieder zu den Mustern zurück, die vor der Pandemie üblich gewesen waren. Im März 2020 sollte die Ausbreitung des Virus zum Beispiel durch Ausgangssperren verhindert werden, was dazu führte, dass mehr Lebensmittel für zu Hause gekauft wurden, wodurch wiederum der Bedarf nach bestimmten Agrarprodukten wie Getreide und Konserven stieg.

Die Finanzmärkte reagierten darauf mit einer Anpassung der Rohstoffpreise gemäß dem neuen Verhältnis von Angebot und Nachfrage und einige Rohstoffe wurden vermehrt zum Ziel spekulativer Geschäfte.
Handelszölle (2018)
Gleichzeitig können Änderungen bestimmter staatlicher Richtlinien Verschiebungen der weltweiten Handelspraktiken zur Folge haben. Zölle können zum Beispiel großen Einfluss auf die Agrarmärkte haben.

Denken Sie an den Handelskrieg zwischen den USA und China, der 2018 begann. China, der größte Sojabohnen-Importeur der Welt, erhob damals hohe Zölle auf US-Agrarexporte, so auch auf Sojabohnen. Das zwang US-Landwirte dazu, sich alternative Absatzmärkte zu suchen, was letztendlich zu einer verstärkten Volatilität der Preise von Sojabohnen-Futures führte.
Diese Zölle hatten tatsächlich direkte Auswirkungen auf die US-Landwirtschaft wie z. B. Umsatzeinbußen für Sojabohnen-Produzenten und veränderte globale Handelsströme. Das Beispiel veranschaulicht gut, wie politische Entscheidungen, wie z. B. Zölle, erhebliche Preisschwankungen verursachen können, die sich auf Rohstoff-Produzenten wie -Anleger gleichermaßen auswirken.
US-Dürre (2012)
Ein Beispiel für extreme Wetterereignisse ist die US-Dürre von 2012, die die Produktion von Rohstoffen wie Mais, Soja und Weizen beeinträchtigte. Für die Märkte hatte das erhebliche Folgen, weil die USA der weltweit größte Produzent dieser Rohstoffe sind.
Die Dürre war für die USA die schlimmste seit 50 Jahren. Sie dezimierte die Ernteerträge. Zu den Folgen gehörte, dass die Preise für Mais-Futures um 40 % stiegen – und zwar innerhalb weniger Monate. Das beeinträchtigte wiederum weitere Sektoren – von Futtermitteln bis Ethanol.

Die Dürre hatte auch Auswirkungen auf den Welthandel, da andere Länder wie Brasilien und Argentinien die von den USA hinterlassene Lücke ausnutzten, indem sie ihre Exporte verstärkten, um den weltweiten Bedarf zu decken.
Die Finanzmärkte verzeichneten durch die Dürre generell vermehrte Spekulation mit Rohstoffen und eine Zunahme von Rohstoff-ETFs, da Anleger/-innen versuchten, die wetterbedingte Volatilität auszunutzen.
Weltweite Nahrungskrise 2007/2008
Noch ein Stück länger zurück liegt die weltweite Nahrungskrise von 2007/2008. Sie ist ein weiteres gutes Beispiel dafür, wie Agrarrohstoffe Kettenreaktionen in den Volkswirtschaften auslösen können.
Diese schwierige Lage entstand durch eine Kombination aus schlechtem Wetter, gestiegenen Ölpreisen und einem wachsenden Biokraftstoff-Bedarf. All diese Faktoren ließen die Agrarrohstoff-Preise in die Höhe schießen.

Die Preise von Grundnahrungsmitteln wie Reis, Weizen und Mais stiegen so sehr, dass es in vielen Entwicklungsländern zu Lebensmittelknappheit kam. Das entfachte wiederum Unruhen in Ländern wie Ägypten, Haiti und Bangladesch, in denen Nahrung für Millionen von Menschen plötzlich unerschwinglich wurde. Der Preisanstieg bei den Rohstoffen wirkte sich auch auf die globalen Finanzmärkte aus und insbesondere auf den Energiesektor, da die Bedeutung der Biokraftstoffe für den Energiemix immer weiter zunahm.
Das sind aber nur einige Beispiele. Es gibt tatsächlich unzählige Szenarien, die verdeutlichen, wie eng Agrarrohstoffe mit den globalen Finanzmärkten, den Volkswirtschaften und dem internationalen Handel verflochten sind.
Weitere Lernressourcen hierzu finden Sie auf unserem Campus: zum Beispiel die IBKR-Podcasts, in denen Brancheprofis viel Aktuelles und Historisches zum Thema Agrarrohstoffe diskutieren. Hören Sie sich diese Podcasts an, um mehr über bestimmte Agrarrohstoff-Futures zu erfahren sowie über die Risiken für einzelne Marktteilnehmer und Lebensmittelhersteller oder über weitere Ereignisse, die Angebot und Nachfrage beeinflussen können. So werden Sie Ihr Wissen über das Handeln mit und Investieren in Agrarrohstoffe weiter vertiefen.
Mehr erfahren
In den Nachrichten:
USDA Closes Mexican Border to Protect U.S. Livestock from New World Screwworm
IBKR-Podcasts
When Trade Wars Hit the Farm… Who Gets Plowed Under?
Lean Hog Futures – Is Anyone Bringing Home the Bacon?
Live Cattle Futures – Herd Around the World
Sugar Futures – Talk About a Cereal Killer
Eyepopping Corn Prices – Fueling Food Inflation
The War on Wheat – How Much Bread Is on The Table?
Trader-Akademie
Introduction to Grains and Oilseeds
Understanding South American Soybean Futures
Hedging with Grain and Oilseed Futures and Options
Traders’ Insight
Corn Sustainability in the United States
Navigating the U.S. Planting Season with Enhanced Risk Management
A Brewing Storm for Arabica Coffee
How Commodity Prices Impact Inflation
Wirtschaft
U.S. Bureau of Labor Statistics (BLS) / Federal Reserve Bank of St. Louis (FRED)
Producer Price Index (PPI): Food Manufacturing
Consumer Price Index (CPI): Food in U.S. Average City
Berichte & Daten
U.S. Department of Agriculture (USDA)
Livestock and Poultry: World Markets and Trade
World Agricultural Outlook Board (WAOB)
National Agricultural Statistics Service (NASS)
Commodity Futures Trading Commission (CFTC)
Commitments of Traders Report (COT)
National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA)
U.S. Drought Monitor
Berichte weltweit
Food and Agriculture Organization (FAO) of the United Nations
World Food Situation / FAO Food Price Index
Europa
European Centre for Medium-Range Weather Forecasts (ECMWF)
Europäische Kommission
Südamerika
National Supply Company (CONAB) – Brazil
Agricultural Information Portal
Argentinisches Wirtschaftsministerium
Australien
Australian Bureau of Agricultural and Resource Economics and Sciences (ABARES)
Agricultural Commodities & Trade Data
Indien
Ministry of Agriculture & Farmers Welfare
Produktkürzel & Börsen
Entdecken Sie CME Market Pulse mit ausführlichen Informationen zu Agrar-Futureskontrakten, einschließlich Mais, Sojabohnen, Chicago-Weizen, Lebendvieh und mehr! Dieses Tool bietet aktuelle, KI-gestützte Einblicke in die Futures-Märkte, tägliche Updates, einschließlich Abwicklungspreisen, tagesaktuellen Änderungen, Höchst- und Tiefstständen und Jahresvergleichen – und hilft Händlerinnen und Händlern dabei, fundiertere Entscheidungen zu treffen, indem wichtige Marktbewegungen und Trends näher beleuchtet werden.
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