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Lesson 2 of 7
In dieser Lektion beschäftigen wir uns mit wichtigen Agrarrohstoffen, die die US-amerikanischen und globalen Märkte dominieren, und beleuchten einige mögliche Gründe für ihr großes Handelsvolumen.
Für den Handel interessant sind Agrarrohstoffe im Allgemeinen immer dann,
An den Finanzmärkten sind hohe Handelsvolumen im Prinzip mit „hoher Liquidität“ gleichzusetzen. Diese reduziert die Ein- und Ausstiegskosten bei Handelsgeschäften und ermöglicht es großen Instituten, Geld effizient zu bewegen. Ein hohes Maß an Liquidität kann auch besonders interessant sein, wenn Marktteilnehmer sich durch Hedging absichern wollen – also, wenn sie Preise festschreiben wollen, weil sie künftig höhere Preise erwarten. Solche Teilnehmer spekulieren häufig auch generell auf die erwartete Preisentwicklung.
Folgende Agrarrohstoffen werden zum Beispiel in den USA am meisten gehandelt (nach Volumen):
Weltweit sind es zudem die Folgenden:
Das liegt hauptsächlich an ihrer Bedeutung für die Industrie- und Verbrauchermärkte.
Aber wie erklärt sich die Dominanz dieser Rohstoffe an den meisten großen Börsen, an denen sie gehandelt werden – wie am Chicago Board of Trade („CBOT“), das zur Chicago Mercantile Exchange („CME Group“) gehört, sowie an der ICE Futures U.S.?
Die Erklärung beruht im Wesentlichen auf drei Hauptfaktoren:
Stark gehandelte Agrarrohstoffe – Details

Mais
Aus der vorherigen Lektion wissen wir bereits, dass Mais nicht nur als Nahrungsmittel, sondern auch zur Herstellung von Industriegütern wie Biokraftstoffen und als Hauptbestandteil von Produkten wie Maissirup und Tierfutter verwendet wird. Tatsächlich ist die Nachfrage nach Mais extrem hoch, was ihn wiederum zu einem hochliquiden und aktiv gehandelten Rohstoff macht. Unternehmen unterschiedlicher Branchen verwenden Mais in der Produktion und Fertigung: Die Getränkeriesen Coca-Cola und PepsiCo oder der Agrarkonzern Cargill, der daraus Ethanol, Maisöl, Stärke und andere Produkte herstellt, sowie Procter & Gamble, DuPont und andere.
Sojabohnen
Auch Sojabohnen sind ein weit verbreiteter Rohstoff für den Konsum, der überall Anwendung findet: ob als Speiseöl oder Futtermittel. Traditionell werden große Mengen an Sojabohnen in Länder wie China exportiert. Im Jahr 2024 importierte China beispielsweise eine Rekordmenge von mehr als 105 Millionen Tonnen Sojabohnen – ein Anstieg von 6,5 % gegenüber dem Vorjahr. Laut Grainews lag dies unter anderem vor allem an Faktoren wie einem Preisrückgang und strategischen Vorratskäufen im Vorfeld der erwarteten Handelsspannungen mit den USA.
Weizen
Weizen ist ein weiterer Agrarohstoff, der viel gehandelt wird. Seine Liquidität erklärt sich durch die Nachfrage großer Volkswirtschaften, die ihn als Grundnahrungsmittel verwenden. So z. B. für Lebensmittel wie Brot, Nudeln, Müsli und andere Weizenprodukte. Was die Industrie betrifft, so sind es global agierende US-Agrarunternehmen wie Archer Daniels Midland und Bunge, deren Finanzen von den Weizenpreisen beeinflusst werden, sowie Hersteller von Konsumgütern wie General Mills und Kellogg‘s, die Weizenprodukte herstellen, und viele andere Unternehmen.
Lebendvieh
Tierische Agrarrohstoffe wie Lebendrinder und Magerschweine sind für die Fleischindustrie von zentraler Bedeutung, aber auch empfindlich gegenüber Faktoren wie Futterkosten, Krankheiten und der Verbrauchernachfrage, die sich alle auf die Preise auswirken können. Daher sind diese Rohstoffe so attraktiv für den spekulativen Handel. Zudem kommen tierische Rohstoffe auch in vielen Industriegütern zum Einsatz, was das Handelsvolumen zusätzlich erhöht.
Zum Beispiel werden Knochen, Hörner und/oder Hufe von Lebendrindern zur Herstellung von Produkten wie Klaviertasten, Knöpfen und bestimmten Klebstoffen verwendet sowie für Pharmazeutika wie Insulin, Cortison und für Herzklappenersatz. Magerschweine werden für industrielle Anwendungen wie bestimmte Kosmetika, Kunststoffe, Bodenwachs und Insektizide verwertet. Lebendrinder werden für viele Güter in der Textilindustrie herangezogen: Leder zur Herstellung von Mänteln, Gürteln, Schuhen und Möbeln, Talg zur Herstellung von Conditionern und Weichspülern sowie Gelatine für Überzüge und vieles mehr.

Kakao
Im globalen Handel wird Kakao, die Hauptzutat von Schokolade, auch zur Herstellung von Artikeln wie Kerzen mit Schokoladenduft sowie Kakaobutter und Kakaoöl verwendet, die in der Duft- und Hautpflegeindustrie eingesetzt werden. Dieser Rohstoff wird natürlich auch von Lebensmittelproduzenten wie Hershey, Mondelez, Mars Wrigley und Nestlé stark nachgefragt.
Baumwolle
Und dann haben wir noch Baumwolle, die am meisten in Form des Kontrakts „U.S. Number 2 Cotton“ gehandelt wird. Mit solchen Futureskontrakten befassen wir uns in einer späteren Lektion noch genauer. Vorab sei erwähnt, dass Baumwolle in der Regel von Produzenten, der Textilindustrie und Marktspekulanten verwendet wird. Der Rohstoff wird weltweit in großem Umfang importiert, darunter auch von Ländern wie den USA, China, Bangladesch und Vietnam.
Kaffee & Zucker
Als Nächstes kommen wir zu Kaffee und Zucker: Rohzucker gehört als “Sugar Number 11“ zu den meistgehandelten Futureskontrakten. Beide werden vor allem in Schwellenländern angebaut und weltweit konsumiert, wodurch sie sich ideal für den internationalen Handel eignen. Diese Produkte sind zudem saisonal und ihre Preise werden stark durch das Wetter, Seuchen, geopolitische Krisen und Änderungen der Handelspolitik beeinflusst. Diese Faktoren können einzeln oder zusammengenommen zu einem Anstieg ihres Handelsvolumens und ihrer Volatilität beitragen.
Mögliche Einflussfaktoren
In einer späteren Lektion werden wir auf auf einige der wesentlichen Risiken für Agrarrohstoffe noch näher eingehen. Wir können aber schon festhalten, dass bestimmte Faktoren wie Dürren, Überschwemmungen und regierungspolitische Änderungen auf den Agrarmärkten Preisschwankungen auslösen können. Die daraus resultierende Volatilität eröffnet Chancen für alle, die diese Produkte handeln, aber auch Risiken für die Verbraucher- und Produzentenseite. Und genau das ist der Grund, warum Hedging-Strategien so wichtig sind.
Hier ein Beispiel:
Im Jahr 2025 verzeichnete der globale Kaffeemarkt eine erhebliche Volatilität, angetrieben durch eine Kombination aus Lieferunterbrechungen, einer sich veränderndenr Nachfrage und geopolitischen Spannungen.
Auf der Angebotsseite wurden die Erträge Brasiliens – eines der weltweit größten Produzenten von Arabica-Kaffeebohnen – durch schwere Dürren beeinträchtigt. Gleichzeitig nahm die weltweite Nachfrage nach dem Rohstoff zu. Vor allem in Ländern wie China kam es zu einem erheblichen Anstieg der Nachfrage, wodurch das bereits knappe Angebot weiter unter Druck geriet. Die negativen Angebots- und Nachfrageeffekte wurden durch die von den USA verhängten Zölle auf Importe, einschließlich Kaffee, verstärkt. Die Lieferketten wurden somit zusätzlich belastet und trugen abermals zu Preiserhöhungen und zur Marktunsicherheit bei.
Es ist daher wenig überraschend, dass angesichts dieser Volatilität die Preise für Arabica-Kaffee-Futures im Februar 2025 auf ein Rekordhoch stiegen – auf einen Preis, der etwa doppelt so hoch war wie im Vorjahr.

Für Unternehmen, die auf den Rohstoff angewiesen sind, wie Starbucks, KDP, J.M. Smucker – Eigentümer von Folgers Kaffee – und Kraft Heinz – Hersteller von Maxwell House – sowie viele andere hatten die höheren Kosten finanzielle Herausforderungen zur Folge, wie z. B. schmalere Produktmargen und steigende Verbraucherpreise.
Sie können sich jetzt wahrscheinlich besser vorstellen, wie die Welt der Agrarrohstoffe funktioniert – und wie Herstellungs- und Verbraucherkosten durch das Angebot und die Nachfrage weltweit und auch durch die damit verbundenen Risiken beeinflusst werden.
Mehr erfahren
IBKR-Podcasts
When Trade Wars Hit the Farm… Who Gets Plowed Under?
Lean Hog Futures – Is Anyone Bringing Home the Bacon?
Live Cattle Futures – Herd Around the World
Sugar Futures – Talk About a Cereal Killer
Eyepopping Corn Prices – Fueling Food Inflation
The War on Wheat – How Much Bread Is on The Table?
Trader-Akademie
Introduction to Grains and Oilseeds
Understanding South American Soybean Futures
Hedging with Grain and Oilseed Futures and Options
Traders’ Insight
Corn Sustainability in the United States
Navigating the U.S. Planting Season with Enhanced Risk Management
A Brewing Storm for Arabica Coffee
How Commodity Prices Impact Inflation
Erkunden Sie CME Market Pulse mit ausführlichen Informationen zu landwirtschaftlichen Futureskontrakten, einschließlich Mais, Sojabohnen, Chicago-Weizen, Lebendvieh und mehr! Dieses Tool bietet zeitnahe, KI-gestützte Einblicke in Futures-Märkte, tägliche Updates, einschließlich Abwicklungspreisen, tagesaktuellen Änderungen, Höchst- und Tiefstständen und Jahresvergleichen – und hilft Händlerinnen und Händlern dabei, fundiertere Entscheidungen zu treffen, indem wichtige Marktbewegungen und Trends näher beleuchtet werden.
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