Margin

Portfolio-Margin


Im Einklang mit den von der SEC genehmigten Regeln und unter Verwendung unseres Echtzeit-Marginsystems besteht für unsere Kunden die Möglichkeit, ihr Leverage-Level über die Reg-T-Margin-Vorgaben hinaus zu erweitern. Die Margin-Anforderungen für Wertpapier-Konten (Handel mit Aktien, Optionen und Single-Stock-Futures) wurden über Jahrzehnte hinweg anhand einer Methode berechnet, die auf den Reg-T-Vorschriften basiert. Diese Berechnungsmethode wendet feste Prozentsätze auf vorab definierte Kombinationsstrategien an. Bei der Portfolio-Marginmethode werden die Margin-Anforderung anhand eines risikobasierten Modells bestimmt, das den größtmöglichen potenziellen Verlust aller Positionen einer Produktklasse oder Produktgruppe für ein Spektrum zugrunde liegender Kurse und Volatilitäten berechnet. Dieses Modell, das auch als TIMS („Theoretical Intermarket Margining System“) bezeichnet wird, wird durch die Options Clearing Corporation (OCC) jede Nacht auf Positionen in US-amerikanischen Aktien, OCC-Aktien, Indexoptionen und US-amerikanischen Single-Stock-Futures angewendet und von der OCC ebenfalls jeden Abend an alle teilnehmenden Brokerage-Gesellschaften weitergegeben. Die Mindestanforderungen für Portfolio-Marginkonten sind über den Tagesverlauf hinweg statisch, da die OCC die TIMS-Anforderungen nur einmal täglich ermittelt und ausgibt.

Die Portfolio-Margindeckung wird jedoch von uns über den Tag hinweg auf Basis der in Echtzeit abgerufenen Kurse der Aktienpositionen in Ihrem Portfolio-Marginkonto fortlaufend geprüft und aktualisiert. Bitte beachten Sie, dass Portfolio-Marginkonten nicht für US-amerikanische Commodity Futures und Future-Optionen, US-Anleihen, Investmentfonds oder Forex-Positionen verfügbar ist. Die US-Regulierungsbehörde erwägt die Einbindung dieser Produkte zu einem späteren Zeitpunkt.

Die Portfolio-Marginmethode bzw. risikobasierte Marginmethoden wurden über Jahre erfolgreich für Rohstoffe und viele nicht US-amerikanische Wertpapiere verwendet. Je nach Zusammensetzung des Trading-Kontos kann bei Anwendung der Portfolio-Marginmethode eine geringere Margin-Anforderung erforderlich sein als nach den Reg-T-Vorschriften, wodurch der Kunde mehr Leverage erhält. Handelsgeschäfte mit stärkerem Hebeleffekt bringen auch ein größeres Verlustrisiko mit sich. Bei speziellen Portfoliozusammensetzungen, die als besonders risikoreich eingestuft werden, kann die Margin-Anforderung nach der Portfolio-Marginmethode höher ausfallen als nach den Reg-T-Vorschriften. Dies hängt damit zusammen, dass die Intention hinter der Portfolio-Marginmethode darin besteht, das tatsächliche Risikopotenzial der Positionen in Ihrem Konto präziser wiederzugeben. In einem Konto mit einer hohen Konzentration kann daher die Portfolio-Marginmethode ggf. zu höheren Margin-Anforderungen führen als nach Reg-T-Vorschriften. Eines der Hauptziele des Portfolio-Marginkonzepts besteht darin, das geringere inhärente Risiko eines ausgewogenen Portfolios mit gesicherten Positionen widerzuspiegeln. Im Gegenzug muss die Portfolio-Marginmethode eine proportional höhere Margin-Anforderung für Konten veranschlagen, die über Positionen verfügen, die eine hohe Konzentration in einer relativ geringen Anzahl verschiedener Aktien darstellen.




Kriterien für die Portfolio-Margin-Nutzung


Kunden müssen die folgenden Kriterien erfüllen, um ein Portfolio-Marginkonto eröffnen zu können:

  • Das Konto muss über einen Nettoliquidierungswert von mindestens 110,000 USD (oder einen äquivalenten Wert in einer anderen Währung) verfügen, um als Portfolio-Marginkonto geführt werden zu können. (Darüber hinaus muss das Konto für den Handel mit ungedeckten Optionen zugelassen sein.) Bestehende Kunden können in der Kontoverwaltung auf der Seite „Kontotyp“ jederzeit die Umstellung auf ein Portfolio-Marginkonto beantragen. Das Konto-Upgrade erfolgt nach erfolgreicher Prüfung und Bestätigung. Neukunden können im Zuge des Kontoeröffnungsprozesses direkt ein Portfolio-Marginkonto beantragen. Bitte beachten Sie, dass bei einem Abfall Ihres Kontosaldos unter einen Grenzwert von 100,000 USD Ihre Handelsmöglichkeiten eingeschränkt werden, sodass keine Transaktionen getätigt werden können, die die Margin-Anforderungen erhöhen würden. Folglich sollten Sie von der Beantragung eines Portfolio-Marginkontos absehen, falls Sie nicht beabsichtigen, mindestens 100,000 USD Kapital dauerhaft in Ihrem Konto vorzuhalten.
  • Bei Neukunden, die ein Portfolio-Marginkonto beantragen, muss dieses Kontomerkmal gesondert freigeschaltet werden. Dies geschieht (unter normalen Geschäftsbedingungen) innerhalb von zwei Geschäftstagen ab der ursprünglichen Kontobestätigung. Bitte beachten Sie: Falls Ihr Konto im Folgenden mit einem Betrag von weniger als 100,000 USD Nettoliquidierungswert in Einlagen ausgestattet wird, werden Ihre Handelsmöglichkeiten so eingeschränkt, dass keine Transaktionen getätigt werden können, die die Margin-Anforderungen erhöhen würden. Diese Beschränkungen bleiben wirksam, bis der Nettoliquidierungswert auf über 100,000 USD angehoben wurde. Bei Konten bestehender Kunden ist ebenfalls eine Bestätigung für das Upgrade erforderlich, die bis zu zwei Geschäftstage ab Beantragung dauern kann. Sowohl Neukunden als auch Bestandskunde erhalten eine E-Mail, in der die Freigabe bestätigt wird.
  • Institutionen, die Transaktionen extern ausführen lassen und unsere Dienste als Primebroker nutzen möchten, müssen über einen konstanten Kontosaldo von mindestens 1,000,000 USD (oder einem äquivalenten Betrag in einer anderen Währung) verfügen.
  • Für Kunden in Kanada können Portfolio-Marginkonten aufgrund von IDA-Beschränkungen leider nicht angeboten werden. Darüber hinaus werden für alle Positionen in kanadischen Aktien, Aktienoptionen, Indexoptionen, europäischen Aktien und asiatischen Aktien die Margin-Anforderungen auf Basis der standardmäßigen regelbasierten Marginverfahren berechnet, d. h. Portfolio-Margin ist für diese Produkte nicht verfügbar.
  • Omnibus-Brokerkonten (Long-/Short-Positionskonten) können nicht als Portfolio-Marginkonto geführt werden.
  • Konten, die einen Eigenkapitalsaldo unterhalb des Mindestbetrags von 100,000 USD verzeichnen, wird ein Marginaufschlag berechnet. Dieser Aufschlag nähert das Konto sukzessive an die gemäß Reg-T-Methode erforderlichen Margin-Anforderungen an, je weiter der Eigenkapitalwert sinkt.



Funktionsweise der Portfolio-Marginmethode


Bei der Portfolio-Marginmethode werden Handelskonten in drei Gruppen von Komponenten aufgeschlüsselt: Klassen, die alle Positionen zu demselben Basiswert zusammenfassen; Produkte, bei denen es sich um eng verbundene Klassen handelt; und Portfolios, bei denen es sich um eng verbundene Produkte handelt. Beispiele für Klassen wären zum Beispiel IBM, SPX und OEX. Ein Beispiel für ein Produkt wäre ein breit angelegter Index, der sich aus SPX, OEX, etc. zusammensetzt. Ein Portfolio kann zum Beispiel Produkte wie breit angelegte Indizes, Wachstumsindizes, Small-Cap-Indizes und FINRA-Indizes umfassen.

Die Portfolio-Marginberechnung beginnt auf der untersten Ebene, den Klassen. Alle Positionen der gleichen Klasse werden gruppiert und zusammen auf Basis der nachstehenden Parameter einem Stresstest unterzogen (Änderung des Kurs des Basiswerts und der implizierten Volatilität):

  • Eine standardisierter Stresstest des Basiswertes:
    • Für Aktien, Aktienoptionen, eng angelegte Indizes und Single-Stock-Futures wird als Stresstest-Parameter ein Rahmen von plus/minus 15% mit acht weiteren Wertpunkten innerhalb dieser Spanne verwendet.
    • Für US Small Caps und FINRA Markt Indizes gelten Stresstest-Parameter von plus/minus 10% (8 Plot-Punkte innerhalb der Spanne).
    • Für breit angelegte Indizes und Wachstumsindizes wird als Stresstest-Parameter ein Rahmen von plus 6% und minus 8% mit acht weiteren Wertpunkten innerhalb dieser Spanne verwendet.
  • Ein marktbasierter Stresstest des Basiswertes: Für jede Klasse wird auf Basis historischer Daten eine Marktbewegung von 5 Standardabweichungen berechnet. Diese Bewegung von 5 Standardabweichungen basiert auf Bloomberg-Daten zu den Höchst-, Tiefst-, Eröffnungs- und Schlusskursen aus 30 Tagen exkl. Feiertagen und Wochenenden. Jede Klasse wird unter Annahme einer Aufwärtsbewegung des Marktes um 5 Standardabweichungen und einer Abwärtsbewegung des Marktes um 5 Standardabweichungen getestet.
  • Für breit angelegte Indizes steigt der Faktor der implizierten Volatilität um 75 % und sinkt um 75 %.
  • Die implizierte Volatilität wird für jede Optionsklasse um 150 % angehoben und um 150 % reduziert

Zusätzlich zu den vorstehend genannten Stresstest-Parametern werden die folgenden Mindestanforderungen angewendet:

  • Für Klassen mit großen Einzelkonzentrationen wird für die Position mit dem Konzentrationsrisiko eine Margin-Anforderung von 30% angewendet.
  • Es wird ein Minimum pro Kontrakt von 0.375 USD multipliziert mit dem Index erhoben.
  • Für OTCBB, Pink Sheet und Low-Cap-Aktien gelten unter Portfolio-Marginbedingungen die gleichen Sondermargin-Anforderungen wie bei der Reg-T-Methode.
  • Der Ersteinschuss beträgt 110% des Mindesteinschusses.

Alle vorstehend aufgeführten Stresstests werden durchgeführt. Der so ermittelte Worst-Case-Verlust entspricht der Margin-Anforderung für diese Klasse. Die Standardkorrelationen zwischen Klassen innerhalb eines Produkts werden als Offsets verrechnet. Innerhalb der Produktgruppe breit angelegter Indizes wird beispielsweise ein Offset von 90% zwischen dem SPX und dem OEX gewährt. Zuletzt werden auch Standardkorrelationen zwischen Produkten als Offsets angewendet. Zwischen breit angelegten Indizes und Small-Cap-Indizes würde beispielsweise ein Offset von 50% angesetzt. Bei Aktien und Single-Stock-Futures sind Offsets nur innerhalb einer Klasse gestattet und nicht zwischen Produkten und Portfolios. Wenn alle Offsets verrechnet sind, werden alle Wort-Case-Verluste kombiniert und der resultierende Wert entspricht der Margin-Anforderung für das Konto. Eine vollständige Liste aller Produkte und Offsets finden Sie in Abschnitt Anhang - Produktgruppen und Stresstest-Parameter am Ende dieses Dokuments.

Dank unseres Echtzeit-basierten Intraday-Marginsystems können wir für Portfolio-Marginkonten Day-Trading-Marginregeln auf Basis des in Echtzeit ermittelten Eigenkapitals anwenden. So können Trader in Pattern-Day-Trading-Konten stets auf Basis ihrer vollen Echtzeit-gemäßen Kaufkraft handeln.

Aufgrund der hohen Komplexität der Portfolio-Marginkalkulation wäre eine manuelle Berechnung der Margin-Anforderungen äußerst schwierig Kunden die an der Nutzung der Portfolio-Marginoption interessiert sind, empfehlen wir die Nutzung unserer TWS Portfolio-Margin-Demoversion. Diese Demoversion veranschaulicht die Auswirkungen der Portfolio-Marginmethode in verschiedenen Szenarien.

Klicken Sie hier, um die Liste der Produktgruppen und Offset-Parameter der OCC zu öffnen.

Offenlegungen
  • Der Ersteinschuss beträgt 110% des Mindesteinschusses.
  • Aufgrund regulatorische Einschränkungen, kann Interactive Brokers momentan kein Margin-Darlehen an natürliche Personen mit Wohnsitz in Australien, anbieten.