Margin

Margin-Berechnungen für Rohstoffe


Ihr universelles Konto verfügt über zwei Kontosegmente - eines für Wertpapiere und eines für Rohstoffe (Futures, Single-Stock-Futures und Future-Optionen). Die Margin-Anforderungen für Rohstoffpositionen werden durch die jeweilige Börse festgelegt und sind immer risikobasiert.


Wir wenden Margin-Berechnungsmethoden für Rohstoffe folgendermaßen an:
  1. Zum Zeitpunkt der Ausführung
  2. In Echtzeit im Tagesverlauf
  3. Echtzeit-Liquidierung.
  4. 50% Margin-Vorteil.

Die meisten Werte, die in den unten aufgeführten Berechnungen verwendet werden, lassen sich in der Kontoübersicht der Trader Workstation (TWS) in Echtzeit überwachen.



1. Margin-Berechnung zum Zeitpunkt der Orderausführung


Wenn Sie eine Position eröffnen, kommen folgende Berechnungen zur Anwendung:

  • Anfängliche Mindesteigenkapitalanforderung
  • Ersteinschussberechnung zum Zeitpunkt der Orderausführung

Anfängliche Mindesteigenkapitalanforderung

Um eine neue Position eröffnen zu können, benötigen Sie Rohstoffkapital mit einem Nettoliquidierungswert von mindestens 2,000 US-Dollar oder einem äquivalenten Betrag in einer anderen Währung.

In einem Rohstoffhandelskonto können Sie zur Erfüllung dieser Anforderungen Vermögenswerte in anderen Währungen als Ihrer Basiswährung verwenden. Falls Ihr Konto diese Eingangsanforderung nicht erfüllt, werden wir versuchen, Barmittel aus Ihrem Wertpapierkonto auf Ihr Rohstoffkonto zu übertragen, um die Mindestanforderung bei Empfang einer Transaktion zu erfüllen.

Falls Sie weder über das erforderliche Rohstoffkapital mit einem Nettoliquidierungswert von mindestens 2,000 US-Dollar oder einem äquivalenten Betrag in einer anderen Währung verfügen, noch die anfängliche Mindestkapitalanforderung mit Vermögenswerten in einer anderen Währung erfüllen können, und keine ausreichenden Barmittel in Ihrem Wertpapierkonto vorhanden sind, um die Kapitalanforderung zu erfüllen, können Sie in Ihrem Rohstoffkonto keine neue Position eröffnen.


Ersteinschussberechnung zum Zeitpunkt der Orderausführung

Bei der Orderübermittlung werden Ihre verfügbaren Mittel in Echtzeit überprüft. Falls Ihre verfügbaren Mittel abzüglich des Orderbetrags größer oder gleich null sind, wird die Order akzeptiert. Falls sich ein negativer Saldo für Ihre verfügbaren Mittel ergibt, wird die Order abgewiesen.

Nachstehend finden Sie eine graphische Darstellung der Ersteinschussberechnung für Rohstoffe zum Zeitpunkt der Orderausführung. Die Ersteinschussbeträge, die in dieser Berechnung verwendet werden, werden von den einzelnen Börsen festgelegt. Eine Übersicht finden Sie auf der Seite „Margin für Futures & FOPs“.


Beispiel: Ersteinschussberechnung für Rohstoffe zum Zeitpunkt der Orderausführung

Verfügbare Mittel > 0
(Verfügbare Mittel = Nettoliquidierungswert des Rohstoffvermögens - Ersteinschussanforderung5 der entsprechenden Börse)

00
Ersteinschussberechnung für Wertpapiere zum Zeitpunkt der Orderausführung

2. Echtzeit-basierte Margin-Berechnungen


Über den Verlauf des Handelstages hinweg führen wir in Echtzeit die folgenden Berechnungen für Ihr Wertpapierkonto durch:

  • Echtzeit-basierte Mindesteinschussberechnung
  • Soft-Edge-Marginbemessung

Echtzeit-basierte Mindesteinschussberechnung

Nachstehend sehen Sie eine graphische Darstellung unserer Echtzeit-basierten Mindesteinschussberechnung für Rohstoffe. Der in dieser Berechnung verwendete Mindesteinschuss wird von den einzelnen Börsen festgelegt. Eine Übersicht finden Sie auf der Marginseite für Futures & FOPs. In den nachfolgenden Berechnungen bezeichnet der Begriff „Liquiditätsüberschuss“ Eigenkapital, das über den erforderlichen Mindesteinschuss hinausgeht.

Beispiel: Echtzeit-basierte Mindesteinschussberechnung für Rohstoffe

Liquiditätsüberschuss ≥ 0
(Liquiditätsüberschuss = Rohstoff-Nettoliquidierungswert - erforderlicher Mindesteinschuss)

Ersteinschussberechnung für Wertpapiere zum Zeitpunkt der Orderausführung

Zusätzlich werden in jedem Konto, das auf Basis des Ausführungs- oder Abwicklungsdatums einen negativen Nettoliquidierungswert aufweist, Positionsauflösungen durchgeführt. Bitte beachten Sie folgendes: Während Futures jeden Abend abgewickelt werden, werden Future-Optionen generell auf Prämienbasis gehandhabt, d. h. sie werden erst abgewickelt, wenn die Optionen verkauft werden oder verfallen. Daher kann es bei bestimmten kombinierten Positionen aus Futures und Future-Optionen zu einem Versatz zwischen den Cashflows kommen. Dies kann dazu führen, dass der Barsaldo ins Negative fällt, obwohl der Nettoliquidierungswert positiv ist. Weiterhin ist es bei einer kleinen Anzahl an Optionen örtliche Gepflogenheit, dass die Optionen jeden Abend beim Clearinghaus per Barausgleich verrechnet werden (z. B. HKFE-HSI-Optionen). Möglicherweise berechnen wir die Margin-Anforderungen für diese Optionen jedoch dennoch auf Prämienbasis.


Soft-Edge-Marginbemessung

IB löst automatisch Positionen in Ihrem Konto auf, wenn die erforderliche Mindesteinschussdeckung unterschritten wird. Damit Kunden ihr Risiko selber steuern können, bevor es zu einer Liquidierung kommt, berechnen wir einen sogenannten „Soft-Edge-Margin“ (SEM) im Verlauf des Handelstages. Ab Beginn des Handelstages bis 15 Minuten vor Handelsschluss lässt unser Soft-Edge-Margin für das Konto ein Margin-Defizit in Höhe eines bestimmten Prozentsatzes des Nettoliquidierungswertes zu - derzeit liegt dieser Wert bei 10%. Sobald der SEM-Zeitraum endet, muss die volle Mindesteinschussdeckung gegeben sein. In Fällen, in denen SEM nicht anwendbar ist, muss das Konto die Mindesteinschussanforderungen zu 100% erfüllen.

Die Soft-Edge-Margin-Startzeit eines Kontraktes ist der spätere der beiden folgenden Zeitpunkte:

  • der Zeitpunkt der Markteröffnung - wird das Produkt an mehreren Börsen gehandelt, gilt der späteste Handelsbeginn;
  • oder der Beginn der Liquidierungszeiten, die von der Handelswährung, der Asset-Klasse, der Börse und dem Produkt abhängig sind.

Die Soft-Edge-Margin-Endzeit entspricht dem früheren der folgenden Zeitpunkte:

  • 15 Minuten vor Börsenschluss - wird das Produkt an mehreren Börsen gehandelt, gilt der früheste Handelsschluss;
  • oder 15 Minuten vor Ende der Liquidierungszeiten;

Wenn das Kapital eines Kontos die Mindestgrenze des Mindesteinschusses unterschreitet, werden so lange keine Positionen aufgelöst, bis das Kontokapital auch die Soft-Edge-Margin-Grenze unterschreitet. Diese Regelung lässt es somit zu, dass Kundenkonten kurzzeitig die Margin-Anforderungen verletzen. Soft-Edge-Margin wird nicht in der Trader Workstation angezeigt. Sobald Ihr Konto jedoch die SEM-Grenze unterschreitet, wird die Erfüllung der vollen Mindesteinschussanforderung notwendig.

Hinweis: Wir behalten uns das Recht vor, die Verfügbarkeit von Soft-Edge-Margin nach eigenem Ermessen einzuschränken und SEM in Zeiten erhöhter Marktvolatilität vollständig auszusetzen.

3. Echtzeit-basierte Liquidierung


Liquidierungen in Echtzeit werden ausgeführt, wenn Ihr Rohstoffhandelskonto die erforderliche Mindesteinschussdeckung unterschreitet. Bevor wir Positionen auflösen, führen wir jedoch folgende Schritte aus:

  • Wir übertragen überschüssige Barmittel von Ihrem Wertpapierkonto auf Ihr Rohstoffkonto, um die Mindesteinschussanforderungen zu decken.
  • Um Ihnen zu helfen, Ihre Margin-Anforderungen im Blick zu behalten, verwenden wir Pop-up-Benachrichtigungen und farblich codierte Kontoinformationen, die Sie darauf hinweisen, dass Sie auf ein erhebliches Margin-Defizit zusteuern. In der TWS wird die Zeile im Kontoansichtsfenster, deren Wert sich in einem problematischen Bereich bewegt, farblich hervorgehoben.

Wir schließen Kundenpositionen über Kontrakte mit physischer Lieferung kurz vor dem Fälligkeitszeitpunkt. Kontrakte mit physischer Lieferung sind Kontrakte, die eine tatsächliche physische Bereitstellung des zugrunde liegenden Rohstoffes erfordern (zum Beispiel bei Öl- oder Gas-Futures). Liquidierungen beginnen für Long-Positionen in der Regel drei Tage vor dem „First Notice Date“ (Stichtag, nach dem Anleger über eine bevorstehende Zuteilung einer Lieferung benachrichtigt werden können) und für Short-Positionen in der Regel drei Tage vor dem letzten Handelstag (Last Trading Day). Bestimmte Kontrakte folgen abweichenden Zeitplänen.

4. 50% Marginvorteil


Für einige Future-Produkte werden während der jeweiligen regulären liquiden Handelszeiten nur 50% der normalen Margin-Anforderung vorausgesetzt. An jedem Tag werden die Margin-Anforderungen 15 Minuten vor Ende der regulären Handelszeit auf 100% der normalen Anforderung zurückgesetzt, bis die regulären Handelszeiten am nächsten Tag erneut beginnen. Für Spread-Transaktionen kommt immer die volle 100%-ige Margin-Anforderung zur Anwendung.

Eine vollständige Liste aller Produkte, für die wir diesen Marginvorteil von 50% anbieten, finden Sie auf der Seite Futures - Intraday-Margin-Anforderungen auf der oben befindlichen Registerkarte „Futures & FOPs“.

Offenlegungen
  1. Alle Liquidierungstransaktionen unterliegen den üblichen Provisionen. Kunden von Finanzberatern wird für Liquidierungstransaktionen keine Beratergebühr in Rechnung gestellt.
  2. Berechnung am Ende des Tages gemäß US-Margin-Vorschriften
  3. Die Ersteinschussanforderungen werden gemäß Regulation-T-Vorschriften berechnet. Für Einzelheiten zu diesen Anforderungen können Sie über unsere Kontraktsuche-Funktion ein konkretes Tickersymbol suchen und die zugehörigen Detailinformationen einsehen.
  4. Die Veränderungen im Barsaldo des Tages beinhaltet auch Barmittelveränderungen in Folge von Optionstransaktionen und Day-Trading-Aktivitäten. Veränderungen im Barsaldo in Folge anderer Transaktionen sind nicht enthalten.
  5. Mit Ausnahme derjenigen Futures, für die während der jeweiligen regulären liquiden Handelszeiten nur 50% der normalen Margin-Anforderung vorausgesetzt werden, wie im vorstehenden Abschnitt 4. 50% Marginvorteil beschrieben.

  • Bitte beachten Sie, dass bei der Bonitätsprüfung bei Ordereingabe der Ersteinschuss bestehender Positionen stets berücksichtigt wird. Selbst wenn ein Konto beispielsweise bereits über eine bestehende Position mit einer Margin-Anforderung von 35% verfügt, wird bei der Kreditwürdigkeitsprüfung vor Akzeptanz der Order stets die Ersteinschussanforderung der Position aus Berechnungsgrundlage verwendet.